Könnte man den Menschen mit der Katze
kreuzen, wäre das sehr vorteilhaft für
den Menschen, aber sehr nachteilig für die Katze.

Mark Twain

Voraussetzungen zur Katzenhaltung

Für einen zukünftigen Katzenhalter reicht es nicht aus, Katzen zu mögen. Bitte denke über folgende Fragen wirklich intensiv nach: Kannst du und willst du überhaupt Katzen halten? Bist du bereit, die Katze als neues Familienmitglied aufzunehmen und mit Sorgfalt und Respekt zu behandeln?

Objektive Voraussetzungen:

  • Ein neuer Hausgenosse muss von allen Familienmitgliedern akzeptiert werden. Wenn auch nur einer in der Familie Katzen ablehnt und unhygienisch findet oder auch allergisch auf Katzen reagiert, kann das Zusammenleben auf Dauer nicht gut gehen und zu wirklichen Dramen führen. Besonders schlimm ist es für Kinder, wenn sie die heißgeliebte Katze wieder hergeben sollen.
  • Katzen sind nicht die richtigen Partner für Menschen, die ständig unterwegs sind. Wer also die Wochenenden lieber außer Haus verbringt, sollte sich ein Hautier zulegen, das er mitnehmen kann oder dem das Alleinbleiben nichts ausmacht. Auch für den Urlaub muss eine angemessene Regelung getroffen werden - nur die wenigsten Katzen wollen in die Ferien mitgenommen werden.
  • Ist die Katzenhaltung erlaubt und möglich? In manchen Mietverträgen ist Haustierhaltung verboten oder die Wohnung ist zu klein hierfür. Manchmal werden Katzen von Nachbarn auch nicht toleriert oder es gibt bereits zu viele Katzen in der Siedlung.
  • Natürlich ist es für jede Katze schön, wenn sie ins Freie darf - aber in verkehrsreichen Gebieten oder wenn die Wohnung im dritten Stock liegt, ist dies nicht immer möglich. Tiere, die keine Freigänger sind, brauchen mehr Aufmerksamkeit und der Mensch muss für gewisse Abwechslung im Katzenleben sorgen.
  • Katzenhaltung ist mit Kosten verbunden. Zum einen ist dies der Erwerbs des Tieres und der Ausstattung, es fallen aber laufende Kosten für die Grundausstattung, Medikamente und Tierarzt an.

Persönliche Einstellung:

  • "Drum prüfe was sich lange bindet". In der Tat lebt eine Katze länger als heutzutage manche Ehe dauert. Bist du also bereit, dein Interesse an Katzen langfristig aufrecht zu erhalten? Manchmal werden Haustiere spontan erworben, um nach wenigen Wochen im Tierheim zu landen. Dieses Schicksal hat kein Tier verdient, deshalb muss sich ein Halter im voraus darüber klar sein, was auf ihn zukommt. Die Lebenserwartung einer Katze liegt zwischen 15 und 20 Jahre und auch die vitalste Katze kann einmal krank werden.
  • Man entscheidet sich, mit einer Katze zusammenzuleben - man hält sie nicht einfach. Eine Katze wird sich nie völlig dem Menschen unterwerfen. Sie hat ihren eigenen Willen und wird immer wieder versuchen, ihre Vorstellungen durchzusetzen. Das heißt nun aber nicht, dass Katzen machen dürfen, was sie wollen. Auch Katzen sind erziehbar - dies erfordert aber sehr viel Geduld und ein wenig Kreativität. Außerdem muss der Halter zunächst einmal so manchen Kratzer in den Möbeln oder zerstörte Pflanze hinnehmen.
  • Katzen haben Eigenheiten mit denen man einfach leben muss: sie schaffen es, am Wochenende ihre Menschen viel zu früh zu wecken, den Lieblingssessel oder das Bett mit Beschlag zu belegen oder dann eine Streicheleinheit haben zu wollen, wenn man gerade etwas völlig anderes vorhat - z. B. diesen Text schreiben.
  • Und dann gibt es natürlich auch noch den einen oder anderen Kratzer und schwer entfernbare Katzenhaare, insbesondere beim Fellwechsel im Frühjahr.
  • Hast du genug Zeit und Lust zum Spielen und Schmusen? Besonders junge Katzen fordern viel Aufmerksamkeit - man sollte sich ihnen so viel wie möglich widmen - mindestens jedoch zwei Stunden pro Tag einplanen. Erwachsene Katzen spielen normalerweise weniger, insbesondere wenn sie ins Freie dürfen.
  • Auch die Pflege einer Katze erfordert ein wenig Aufwand und ab und zu müssen auch einmal Mißgeschicke beseitigt werden. Unsauberkeit kommt bei guter Haltung eher selten vor, jedoch müssen sich Katzen manchmal übergeben, um verschluckte Haare loszuwerden. Nicht sehr angenehm, aber Realität.
Warum ich bei all den Nachteilen trotzdem Katzen halte? Die Antwort ist: eben drum. Es wird nie langweilig, denn Katzen überraschen ihre Menschen immer wieder mit neuem Verhalten und geben damit auch eine Menge Gesprächsstoff. Jede Katze hat ihren eigenen Charakter und entwickelt sich auch im Laufe ihres Lebens. Es macht einfach Spass, das mitzuerleben. Und wenn man ein wenig tolerant ist, steht einer wundervollen Freundschaft mit einem eigensinnigen Tiger im Miniformat nichts mehr im Wege.